Wertschätzung der Mitarbeiterinnen in einer schwierigen Zeit

Von Mercedes Hernandez.

Heute traf sich das Personal der APOA, wobei uns Don Jorge und Doña Xochilt begleiteten, um uns zum Muttertag zu gratulieren. Es war ein so schöner Moment, in dem wir kleine Details
als Geste der Zuneigung und Harmonie austauschten. Xochilt brachte uns einen kleinen Kuchen, und wir alle dankten Euch dafür, dass Ihr uns in dieser schwierigen Situation des Virus unterstützt habt.

Zum Tag der Früchte

Martha und Mercedes schreiben über ihre Arbeit mit den Kindern, hier Auszüge aus ihren Nachrichten:

Wir arbeiten hier inzwischen mit unseren Kindern.
Heute ist die Klasse hier, wir feiern den Tag der Früchte und ihre Bedeutung für den Verzehr – mit Kostümen der Kinder. Sie folgen den Weisungen, die Masken zu tragen. Martha und ich arbeiten im Klassenzimmer zusammen. Aber wenn es um Aktivitäten im Notizbuch oder in den Anwendungsblättern geht, schenken wir ihnen besondere Aufmerksamkeit: Martha mit der ersten Stufe und ich mit der zweiten und dritten Stufe.

Ich arbeite mit den Kindern zu Hause zusammen und schicke ihnen Arbeitsanleitungen für die Klassen in der Woche, da ihre Eltern sie aus Sicherheitsgründen nicht zur Schule geschickt haben. Ich schicke Arbeitsanleitungen über WhatsApp und die Eltern respektierem meine Entscheidung, sie so über den Unterrichte zu informieren.
Und Gott sei Dank funktioniert es…

Mercedes schreibt am 8. Mai 2020 über den Unterricht zuhause:
Ich schicke ein Foto und ein Video wie Eltern zuhause mit ihren Kindern arbeiten. Der Junge heißt Rony, ist in der Stufe 1 und übt das Zählen von Eins bis Fünf mit seiner Mutter.

Vorsichtsmaßnahmen im Projekt wegen des Corona-Virus

Am 2.Mai schreibt Xochilt Flores:

Wir haben beschlossen, dass es 20 Kinder in der Vorschule gibt. Sie werden in zwei 10er-Gruppen aufgeteilt, die sich jeweils zwei Mal pro Woche treffen werden. Dadurch wird eine Überfüllung vermieden. Es werden auch Masken für alle Kinder in der Schule angefertigt. In Geschäften kosten die Masken 40 – 50 Cordoba. Deswegen wird die Mutter einer Mitarbeiterin die Masken für alle Vorschulkinder und für die Kinder des CET und ihre Mütter anfertigen.

Außerdem wird beim Verlassen jedes Kindes der Bereich desinfiziert. Wir stellen Schilder auf, um der Öffentlichkeit zu erklären, dass wir noch immer geöffnet haben für diejenigen, die es am dringendsten brauchen. Es gibt immer noch keine bekannten Corona-Fälle auf der Insel. Es gibt nur Gerüchte, aber wir können uns nicht von Gerüchten hinreißen lassen…

Solange wir können, werden wir die ganze Woche bis 14 Uhr anwesend sein. Ich werde von allem Fotos machen und sie Euch zusenden.
Eine herzliche Umarmung und vielen Dank für alles!

Ergänzung am 5.5.2020
Heute gab es ein Treffen mit den Eltern des CET unter der Leitung von Dra. Gloria Lezama, um über Covid19 und Präventionsmaßnahmen zu sprechen. Insgesamt kamen 18 Mütter zu diesem Treffen. Alle stimmten zu und waren darüber froh, dass das Projekt weiterhin funktioniert. Ein weiteres Treffen ist geplant. Wir bemühen uns trotz der schwierigen Situation, die Familien soweit wie möglich zu unterstützen.

Und Martha Hernandez aus der Vorschule schreibt:

Es ist traurig zu wissen, dass wir nicht darüber informiert sind, wie viele Menschen an dem Virus gestorben sind, weil die Regierung verantwortungslos ist und wenig Herz hat. Wir beten viel und hoffen, dass sich Gott unser erbarmt. Einige Eltern ziehen es vor, ihre Kinder aus Angst zu Hause zu behalten. Heute haben wir die Geburtstage einiger MitarbeiterInnen gefeiert. Es war etwas einfaches, aber wir spürten die Gemeinschaft unter allen MitarbeiterInnen. Wir danken Xochilt für ihr Vertrauen und ihre Liebe zu den MitarbeiterInnen. Wir fühlten uns gut, ebenso wie Don Jorge, der sehr freundlich und respektvoll ist. Wir danken Euch von ganzem Herzen für die Arbeit, die Ihr für uns geleistet habt.

Gott segne Euch und Eure Familien

NEWSLETTER – Ometepe April 2020


Liebe Freundinnen und Freunde,
mit diesem Newsletter möchten wir uns bei Euch allen bedanken für Euer Interesse
an der Ometepe -Arbeit, den langen Atem, den wir und unsere Partner gerade in der
jetzigen Situation noch nötiger brauchen als in der Vergangenheit.
Danke für Eure langjährige finanzielle Unterstützung in den mittlerweile 27 Jahren
Entwicklungszusammenarbeit. Ohne sie hätte die Projektarbeit nicht so viele Jahre
überdauert. Wir haben gerade 28.750 € überwiesen, wissen aber noch nicht, wann
sie im Projekt ankommen.
Die unterschiedlichen und widersprüchlichen Informationen zum Coronavirus
halten nicht nur uns in Angst, sondern gerade auch die Menschen im zweitärmsten
mittelamerikanischen Land Nicaragua und besonders auf einer Insel wie Ometepe.
Viele sind verunsichert, machen sich große Sorgen und die Folgen machen uns oft
sprachlos und handlungsunfähig. Bei aller Unsicherheit haben wir in diesen
Wochen der Distanz aber auch in unserem deutschen Umfeld viele Hilfsangebote
erhalten. Es haben sich neue Möglichkeiten von Kommunikation eröffnet. Die
Achtsamkeit ist gewachsen…
Es gibt Zoom-Gruppen, in denen gesungen wird oder sogar Seminare angeboten
werden, bei denen man mit den unterschiedlichen Menschen in Kontakt kommen
kann.
So konnten wir auch mit unseren Projektpartnern auf Ometepe Kontakt halten,
da sich auch in den letzten Jahren unserer Zusammenarbeit neue technische
Möglichkeiten entwickelt haben. Täglich tauschen wir – mit einer Zeitdifferenz von
sieben Stunden – unsere gegenseitigen Erfahrungen z.B. per WhatsApp aus.
Wir hatten die Absicht, im März/April mit sechs Personen nach Ometepe zu fliegen.
Das Corona-Virus hat unsere Pläne durchkreuzt…

Den ganzen Newsletter April 2020 lesen…

Die neuen Mitarbeiterinnen im Ometepe-Projekt

Am 1. März 2020 haben die folgenden Mitarbeiterinnen ihren Dienst im Ometepe-Projekt in Nicaragua aufgenommen.

Geburtstagsfeier der MitarbeiterInnen


Auszüge aus der Information von der Leiterin Xochilt Flores am 1.5.2020:
Heute hatte ich Versamlung mit dem Projektpersonal und meinem Onkel Jorge. Wir feierten die Geburtstage des Monats April, einbezogen auch meinen Onkel Jorge und drei weitere Mitarbeiter. Ich machte nichts besonderes, wir haben nur unter uns einen Kuchen gekauft und ihnen gratuliert. Auf diese Weise fühlen sie sich geschätzt und motiviert angesichts der von allen Seiten kritischen und schmerzhaften Situation. Ich entschuldige mich, weil ich nicht früher geschrieben habe, es ging mir nicht ganz so gut, aber ich versuche mich wieder aufzurappeln.

Die Versammlung war auch deshalb, weil der Unterricht am kommenden Montag wieder beginnen soll. Ich hatte mich vorher mit den Eltern versammelt, die die Quarantäne wie verabredet abwarten wollten. Der Unterricht soll mit zwei wechselnden Gruppen mit jeweils 10 Schülern durchgeführt werden, um so Menschenansammlungen zu vermeiden und auch für die Mitarbeiter die Vorsichtsmaßnahmen einhalten zu können. Wir machten Schutzmasken und ich kaufte Flüssigseife, Handschuhe usw. Die Idee ist, dass die Schule mit zwei Gruppe, die sich zwei mal die Woche treffen, durchgeführt wird und an den übrigen Tagen sollen sie Zuhause Aktivitäten durchführen.


Bezüglich des CET, der Physiotherapie und der Psychologin werden Termine mit denPatienten vereinbart, um auch hier Ansammlungen von Menschen zu vermeiden. Sie haben Kontakt zu den Patienten. Am Montag werde ich mich mit den Eltern des CET und anderen Familienmitgliedern treffen, um ihnen zu erläutern, wie derzeit die Betreuung im Projekt funktionieren soll. Wir wollen nicht weiter unterbrechen, sondern allen, die Hilfe brauchen auch diese gewähren, nur vielleicht etwas langsamer als bisher, damit nicht Menschen wartend herumstehen.

Die verschiedenen Bereiche sind derzeit fürs Publikum geöffnet, nur die Schule noch nicht, weil die Eltern die Quarantänezeit abwarten wollten und das CET nicht, weil die Kinder empfindlich sind bezüglich Krankheiten. Aber am Montag versammle ich mich mit allen, um zu erklären, wie wir weiterarbeiten wollen mit den notwendigen Vorsichtsmaßnahmen mit Masken, Handschuhen, Desinfizierungsmittel, Hände waschen usw.

Man weiß nach wie vor nicht mit Sicherheit, wie die Situation auf der Insel ist, aber wir werden nun wie gesagt weiterarbeiten. Ich werde Euch informieren über den Verlauf der Versammlung und die Reaktion der Eltern am Montag.

Eine herzliche Umarmung

Xotchilt

Lasst uns nicht im Stich!

Coronazeiten im ärmsten mittelamerikanischen Land Nicaragua und auf der Insel Ometepe.

„Auch in diesen schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie, versuchen wir, mit unseren Projektpartnern in Kontakt zu bleiben,“ sagen Monika und Michael Höhn vom Ometepe-Projekt Nicaragua, das sie vor 27 Jahren ins Leben gerufen haben. „In einem Entwicklungsland sind die Auswirkungen der Pandemie noch gravierender.“ Die Geschäftsführer wollten mit weiteren MitarbeiterInnen am 5. April nach Nicaragua fliegen. Die Flüge wurden wegen der Pandemie gestrichen. Im März 2018 hatten sie das letzte Mal Nicaragua besucht. Wenige Wochen später – am 18. April -wurden die Studentenproteste gegen die Regierung von Sicherheitskräften und Paramilitärs brutal niedergeschlagen. Das Land geriet in eine bürgerkriegsähnliche Situation. Der Tourismus brach zusammen und es gab kaum noch Einnahmequellen für die ärmste Bevölkerung.
Seit dieser Zeit sind sie mit ihren Partnern auf der Insel in dauerhaftem Kontakt. Die Hoffnung der Bevölkerung war, dass sich das Land nach 2018 wieder ein wenig erholte.
Dann kam das Corona-Virus hinzu.
Größere Menschenansammlungen wurden weiterhin von der Regierung gefördert – trotz des Protestes der katholischen Kirche und von Menschenrechtsorganisationen. Schulen und Geschäfte sind nach wie vor geöffnet, Konzerte, Gottesdienste und Fussballspiele finden ebenso statt. Die Regierung geht offenbar einen Sonderweg und behauptet, mit dem Gesundheitssystem gut vorbereitet zu sein – außerdem sei die Zahl der Infizierten nach wie vor sehr niedrig. Doch die Zweifel und Ängste sind in der Bevölkerung da, obwohl es wenige bekannte Fälle gibt, da kaum getestet wird. Auf Ometepe ergreift die Bevölkerung ihre eigenen Maßnahmen: Viele Eltern schicken ihre Kinder nicht in die Schule.
Die MitarbeiterInnen des Ometepe-Projektes danken allen Spenderinnenund Spendern von Herzen, dass wir sie noch immer in ihrer Arbeit unterstützen – trotz der Probleme im eigenen Land. „Unsere Menschen sind bettelarm, die Hitze sehr groß, die Menschen warten auf Regen, der für die Aussaat und die Reisernte zum Überleben so wichtig ist.“
Unsere Hilfe ist nach wie vor dringend vonnöten.

Monika Höhn

Spendenkonto beim Evangelischen
Kirchenkreis An der Agger
Stichwort „Ometepe“

Bank für Kirche und Diakonie
IBAN DE16350601901010106016
BIC GENODED1DKD