Deutscher PEN und PEN Nicaragua fordern ein Ende der Gewalt und die Sicherstellung der freien Meinungsäußerung in Nicaragua

Der deutsche PEN und PEN Nicaragua verurteilen die schweren Unruhen in Nicaragua, bei denen seit dem 18. April gemäß dem Anfang dieser Woche durch die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (CIDH) vorgelegten Bericht 76 Menschen ums Leben gekommen und 868 verletzt worden sind – in ihrer Mehrzahl Studentinnen und Studenten. Die Proteste richten sich gegen den autoritären Regierungsstil von Daniel Ortega, der die Mechanismen der Demokratie, an erster Stelle die Gewaltenteilung, ausgehebelt, die wichtigsten Schaltstellen der Macht durch Nepotismus besetzt und sich in seiner Regierungszeit schamlos bereichert hat.

Besondere Sorge bereitet uns die immer stärker werdende Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit, sei es durch die Übernahme von Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehstationen, durch die gezielte Einschränkung von Arbeitsmöglichkeiten für kritische Journalisten oder auch durch direkte Bedrohung. Die Meinungsfreiheit ist eines der höchsten Güter freiheitlich-demokratischer Gesellschaftsordnungen, für deren Verteidigung der PEN uneingeschränkt eintritt.

Der entschlossene Protest hat bewirkt, dass inzwischen mit der Kirche als Vermittlerin ein „Nationaler Dialog“ in Gang gekommen ist, dessen Ziel von Seiten der Zivilgesellschaft die Ablösung der Regierung Ortega ist. Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, ob eine Rückkehr zur Demokratie möglich ist. Wir unterstützen den durch die nicaraguanische Bischofskonferenz vorgelegten Reformkatalog zur Lösung der Krise.

Wir stehen an der Seite der Menschen, Publizisten und Medienarbeitern, die in Nicaragua um ihre demokratischen Freiheiten, insbesondere das Recht auf freie Meinungsäußerung, kämpfen, und fordern von der Regierung Ortega, nicht länger den friedlichen Protest gewaltsam zu unterdrücken oder zu kriminalisieren.

Gioconda Belli, Präsidentin von PEN Nicaragua
Carlos Collado Seidel, Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 23120
Mobil: 0157 / 31382637
E-Mail:

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine von derzeit weltweit 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

Herzliche Einladung zur Vorstellung unseres neuen Buches anlässlich des 25-jährigen Projektbestehens

Liebe Freundinnen und Freunde von Ometepe,
liebe Unterstützerinnen und Unterstützer!

Bei unserem mehrwöchigen Aufenthalt im März 2018 in Nicaragua und auf der Insel Ometepe
ahnten wir nicht, dass es wenige Wochen später zu einer gewaltsamen Eskalation in Nicaragua
kommen würde.
Seit dem 18.4.2018 erhalten wir Nachrichten, dass es Straßensperren, Protestmärsche und Gegenproteste gibt und ein Ende dieser angespannten Situation nicht abzusehen ist. Der Unmut über soziale Missstände und das Machtmonopol der Regierung hatte sich offenbar derart angestaut, dass er in blutigen Straßenschlachten endete, bei denen es zahlreiche Tote gab.
Und auch unsere wunderbare friedliche Insel Ometepe wurde dabei nicht verschont, so dass unsere fünf Gäste die Reise nach Deutschland zu unserem Jubiläum abgesagt haben. Wir sind seitdem in dauerhaftem Kontakt zu unseren Partnern. Die meisten Touristen meiden Nicaragua, nachdem das Auswärtige Amt vor Reisen nach Nicaragua gewarnt hat. Es gibt keine Einnahmen, so dass die ersten Arbeitskräfte entlassen werden mussten.
Lebensmittel werden knapp und der Vandalismus an vielen Orten ist nicht zu stoppen. Die Angst in der Bevölkerung wächst.
Wir sind sehr traurig, haben wir doch in den vergangenen 25 Jahren Nicaragua als ein friedliches Land erlebt, das unter den mittelamerikanischen Ländern als das Land mit der niedrigsten Kriminalitätsrate gelobt wurde. Nicaragua steht nun vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen, deren Entwicklung noch nicht abzusehen ist. Wir können nur hoffen, dass die Bereitschaft zum Dialog – vor allem auch durch die Vermittlung der katholischen Kirche – anhält. Wir denken, dass wir zum richtigen Zeitpunkt noch einmal ein Buch herausgegeben haben.
Unsere wunderbaren Erfahrungen und Begegnungen mit den Menschen in Nicaragua, die wir seit 1993 gemacht haben, spiegeln sich in vielen Geschichten in unserem Buch wieder. Dabei haben wir die politischen Entwicklungen nicht ausgeklammert. Es kommen auch viele Mitgereiste selber zu Wort. Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn wir Sie bei der

Buchvorstellung am 13. Juni um 19:00 Uhr
im Evangelischen Gemeindehaus in Wiehl

Begleitet von Ramiro Marcos Sanz mit der Gruppe Encuentro Guitar
treffen könnten.

Und natürlich werden wir auch – soweit es uns möglich ist – auf die aktuelle Situation in Nicaragua eingehen!
Unser 25-jähriges Projektbestehen werden wir – wie angekündigt – dann am 16. Juni gemeinsam feiern! Über eine Rückmeldung würden wir uns freuen.
Mit freundlichen Grüßen – auch im Namen unseres Fachausschusses Ometepe

Monika und Michael Höhn

Poesie im Schatten der Vulkane – Erlebnisse und Gedanken zu Nicaraguas Literatur

Herzliche Glückwünsche unserem Freund und langjährigen Nicaraguabegleiter Hermann Schulz. Ohne den damaligen Verlagsleiter, Hermann Schulz des Peter Hammer Verlags in Wuppertal, hätten wir Nicaragua, seine Freunde William Agudelo und Ernesto Cardenal und die Insel Ometepe nicht kennen gelernt. Hermann haben wir viel zu verdanken. In unserem Bildband „Alltag in Nicaragua – vom Leben der Menschen auf der Insel Ometepe“, den wir 2008 herausgegeben haben, hatte uns Hermann einen langen Artikel mit Erlebnissen und Gedanken zu Nicaraguas Literatur geschrieben.

Deshalb haben wir uns ganz besonders darüber gefreut, dass wir zur festlichen Verleihung der Ehrendoktorwürde der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaft in der Bergischen Universität Wuppertal am 15. Mai 2018 eingeladen waren. Die Fakultät würdigte damit seine herausragenden literarischen und verlegerischen Verdienste. Er wurde für sein literarisches Schaffen mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur vielfach ausgezeichnet und erhielt den Kunst- und Kulturpreis für internationale Verständigung sowie den »Von der Heydt-Kulturpreis«.
Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Wenige Wochen vor unserer Reise nach Ometepe im März reiste Hermann Schulz nach Nicaragua, weil er dort zum „Festival International de Poesia“ nach Granada eingeladen war. Die Laudatio hielt Dr. Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister und Präsident der Senat der Freien Hansestadt Bremen. Der Schauspieler Stefan Walz las aus den Werken von Hermann Schulz! Zu unserem 25-jährigen Projektbestehen am 16.Juni 2018 werden wir Hermann wiedersehen, der im Juli d.J. 80 Jahre alt wird.
https.//de.m.wikipedia.org/wiki/ Hermann_Schulz

Einladung zum 25. Projektjubiläum Ometepe

Liebe Freundinnen und Freunde,

Ihnen und Euch allen wünschen wir ein frohes Pfingstfest.
Möge der Geist der Verständigung – hier und in Nicaragua –
nicht nur zur Pfingsten uns weiterhin miteinander verbinden.

Unsere Gedanken sind in diesen Tagen ganz besonders bei unseren Freundinnen und Freunden auf Ometepe, die aufgrund der politischen Ereignisse in Nicaragua ihren Besuch in Deutschland absagen mussten!

In unserem Dankgottesdienst am 16. Juni wollen wir ganz besonders
an unsere Partner denken!

Wir würden uns freuen, wenn wir uns dort – und bei der anschließenden Feier
– wiedersehen!

Sonnige Pfingsttage wünschen Euch – auch im Namen unseres Fachausschusses

Monika und Michael Höhn

Unsere Projektpartner berichten über die augenblickliche Lage auf Ometepe

Jeden Tag erhalten wir neue Meldungen per WhatsApp, Sprachnachrichten und Videos von der Insel. Auszüge daraus:

Die Lage in Nicaragua hat sich bisher nicht verbessert, wie wir gerade heute wieder von unseren Projektpartnern erfahren. Es gab ein Gespräch mit den Studenten und dem Präsidenten, in dem ein Rücktritt des Präsidenten von einem Studenten gefordert wurde. Er erhielt viel Anerkennung für den mutigen Auftritt. (…) die Situation geht weiter, aber mit dem Unterschied, dass sie dem Präsidentenpaar in dem Dialog viele Wahrheiten erzählt haben, die der Präsident nicht erwartet hat. Wir hoffen für morgen auf die Fortsetzung des Dialogs. Wir haben keine Gäste für 15 Tage, wir haben für drei Tage geschlossen. Aber jetzt kommt niemand. Wir sind sehr ☹️ traurig und besorgt, weil die Ausgaben, für die Arbeitskräfte bezahlt werden müssen und es gibt keinen Geldeingang. Einige Leute kommen wegen politischen Situation nicht in die Klinik wegen der Barrikaden im „Quino“ und die Busse fahren nicht. Ich hoffe, Gott hilft und verbessert unsere Lage – das ist die Hoffnung aller Nicaraguaner. Eine Umarmung Und von einer anderen Freundin erfahren wir, dass bei einer zweiten Sitzung im Hotelbereich sieben Mitarbeiter entlassen werden mussten. Natürlich machen sich alle Beteiligten Gedanken, wie sie mit den Kündigungen umgehen und ob ein Aufschub möglich ist, aber insgesamt ist die Situation sehr schlecht aufgrund des fehlenden Tourismus!

Weitere Informationen auch unter: https://amerika21.de/2018/05/201209/dialogbeginn-nicaragua-kirche

Dank an alle Spenderinnen und Spender für die notwendige Arbeit im Bereich Gesundheit und Bildung

Auch für das dritte Quartal 2018 ist es uns möglich, den Betrag von 30.000€ für die Arbeit im Projekt und die Gehälter für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Nicaragua zu überweisen. Die besonders benachteiligten Kinder mit Behinderungen und ihre Begleitung durch unsere wunderbaren Mitarbeiterinnen sind ein weiterer Schwerpunkt unserer Unterstützung, für die wir Ihnen und Euch allen herzlich danken. Der Betrag wird – wie schon seit vielen Jahren – an das Kindermissionswerk Die Sternsinger überwiesen und von dort um weitere 15% erhöht.


Mitglieder des Fachausschusses Ometepe im Katholischen Stadthaus in Wuppertal


Ursula Blonigen, Dr. Susanne Lindner, Monika und Michael Höhn, Karla Gaisbauer (von links)Am 16.Mai 2018 besuchten Mitglieder des Fachausschusses Ometepe im Ev. Kirchenkreis An der Agger (von links) Ursula Blonigen, Krankenschwester, Dr. Susanne Lindner, Ärztin, Monika und Michael Höhn, Geschäftsführer und die Vorsitzende, Karla Gaisbauer, auf Einladung von Hermann Schulz die Ausstellung „Bauern aus Solentiname malen das Evangelium“. Angesichts der aktuellen schwierigen Situation in Nicaragua fand die Ausstellung eine ganz besondere Beachtung! Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Mai zu besuchen, die wir gerne empfehlen möchten.