Einladung zur einer Lesung zu Gunsten des Ometepe-Projektes-Nicaragua

Das da hätt einmal fast die Welt regiert.
Die Völker wurden seiner Herr. Jedoch
ich wollte, dass ihr nicht schon triumphiert:
der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. 

Bertolt Brecht in der „Kriegsfibel“

 

Pfarrer i.R. und Autor Michael Höhn liest aus seinem Roman

Das Geheimnis der Sara Abt

Lesung und Gespräch finden am 7. November 2019 um 19 Uhr,
in den Räumen von PaLiKo Synchron,
Rurstr. 19, 50937 Köln-Lindenthal, statt.

 

Zusagen bitte bis 05.11.2019 an:
Begrenzte Teilnehmerzahl!

Abneigung und Feindlichkeit gegenüber Juden wachsen – das beobachten viele Menschen in Deutschland. 61 % der Deutschen sagen, dass die Judenfeindlichkeit zunimmt, die Leugnung des Holocaust sehen 71 % der Deutschen als ein Problem. Vor kurzem gab es einen Terrorangriff auf die jüdische Synagoge in Halle/Saale.

Angesichts der Brisanz des Themas hatte Michael Höhn bereits 1985 einen Roman herausgegeben, „Das Geheimnis der Sara Abt“, der nun in der 3. Auflage erschienen ist. 

Dazu schreibt Hans-Peter Klein:
„Waren es damals in den achtziger Jahren eine Ausländerfeindlichkeit, die sich vor allem gegen türkische Mitbewohner wandte, Rechtsradikalismus und Gewalttätigkeit, sowie Geschichtsverfälschungen und Verherrlichung nationalsozialistischer Vergangenheit, so richten sich heute Hass, Intoleranz und Gewalt gegen Flüchtlinge, die aus Not und Verfolgung ihre Heimat verlassen haben. Aber auch Minderheiten, Andersdenkende, sowie benachteiligte und behinderte Menschen in unserem Land werden diffamiert, bedroht und verfolgt, wobei die Täter auch vor Gewalt nicht zurückschrecken und offen antidemokratische, rassistische und nationalsozialistische Parolen verbreiten.

Es fehlt an Empathie für Menschen in Not. Eine Gleichgültigkeit gegenüber den Fluchtursachen und Gefahren, denen Geflüchtete ausgesetzt sind und für die wir Mitverantwortung tragen, ist der Nährboden für Rechtspopulisten und Rechtsradikale, die auch nicht vor Geschichtsfälschungen und Angriffen auf unsere Erinnerungskultur zurückschrecken.

Damit ist nicht nur ein friedliches und gleichberechtigtes Miteinander in Gefahr, sondern die Verfasstheit unserer Demokratie ist bedroht. So gesehen sind der Weg, den Jürgen Töpfer (eine der Hauptfiguren des Romans) geht und die Entscheidungen, die er dabei trifft, auch weiterhin brandaktuell, und die klare und sensible Darstellung und Schreibweise des Autors machen das Buch nach wie vor lesenswert.

Es gilt, Alternativen gegen Wegschauen, Mitläufertum und Angepasstheit aufzuzeigen und Mut zu Engagement und Zivilcourage zu machen und dabei auch Geschichtserfahrungen und Erinnerungskultur einzubeziehen.“

Ganz besonders hat sich Michael Höhn auch über den Brief des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, gefreut, der das Buch dringend empfiehlt. Er schreibt unter anderem:
„Die Abhandlung kann einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und zum gesellschaftlichen Umgang mit Antisemitismus und Rechtsextremismus leisten.
Mit Ihrem Roman werden Menschen darin bestärkt, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und sich in ihrem Umfeld aktiv für eine solidarische Gesellschaft zu engagieren. Ich wünsche Ihnen, dass ihre Publikation großen Anklang findet.“

Michael Höhn, Das Geheimnis der Sara Abt
Iatros Verlag, ISBN978-3-86963-214-8,
186 Seiten, 11  €

Das Ometepe-Projekt ist ein ökumenisch orientiertes Spenden­projekt. Es hat das Ziel, die Lebens­be­dingungen der Menschen auf der Insel Ometepe, im Großen Nicaraguasee, zu verbessern. Ins­besondere für arme Familien soll ein Zugang zu medi­zinischer Ver­sorgung und Schul­bildung, bessere Wohn- und Lebens­bedingungen und (durch die Unter­stützung mit Klein­krediten) ein gesicherter Lebens­unter­halt er­möglicht werden. Schwer­punkte des Projektes sind daher die Bereiche Gesund­heit und Bildung, die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und die Unter­stützung der Arbeit von Frauen gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch. 

Benefizkonzert für Ometepe

Ein großartiges Konzert mit einer musikalischen Reise durch viele Länder ging am Samstagabend mit stehenden Ovationen zu Ende.
Vicente Patíz erzeugte mit seinen verschiedenen Gitarren und ungewöhnlichen Klängen in der evangelischen Kirche in Wiehl eine Klangwelt, die zu Herzen ging.
Biografisches über den freundlichen und talentierten Gitarristen ist der Ansprache von Monika Höhn zu entnehmen.
Aufgrund der positiven Rückmeldungen möchten wir 2020 ein weiteres Konzert mit Vicente Patíz organisieren.
Zwei „Geburtstagskinder“ im Publikum wurden zum 75. und 80.Lebensjahr mit einem besonderen Lied überrascht!
Für die Arbeit auf Ometepe gab es am Ende bei freiem Eintritt eine Spende von 900€.

Monika Höhn

Lesung und Gespräch mit der Städtepartnerschaft Freiburg/Wiwili

Seit vielen Jahren besteht ein Austausch der Städtepartnerschaft Freiburg/Wiwili mit dem Ometepe-Projekt.
Die Freiburger besuchten in den vergangenen Jahren während ihrer Delegationsreisen auch die Insel Ometepe, bei denen es zu informativen Gesprächen mit den Projektleitern auf Ometepe
und Monika und Michael Höhn kam.
Auch in diesem Jahr waren Monika und Michael Höhn wieder nach Freiburg eingeladen. Die Vorsitzende Marlu Würmell-Klauss begrüßte die Mitglieder des Partnerschaftsvereins und die beiden Referenten im Weltladen.
In einem anregenden Gespräch konnten angesichts der schwierigen sozialpolitischen Situation Informationen über die Zukunft der Projektarbeit ausgetauscht werden und Mut gemacht werden zu weiterem Engagement.

»Gott sei Dank« – Einladung der Rösrather Frauenhilfe zu einem Informationsnachmittag über das Ometepe-Projekt


Filmvorführung und Diskussion mit Monika Höhn.
Der Evangeliums-Rundfunk in Wetzlar hatte vor einigen Jahren einen Film über das Ometepe- Projekt in der Reihe »Gott sei Dank« veröffentlicht. In diesem Film berichten Monika und Michael Höhn über den Beginn der Projektarbeit bis heute. Über ihre Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit und ihre „Geschenke“, die sie im Lauf der Jahre
von der einheimischen Bevölkerung erhalten haben.
„ In diesem Prozess der sozialpolitischen Entwicklung auf der Insel haben wir uns vor allem als Lernende in diesem zweitärmsten mittelamerikanischen Land verstanden – wohl wissend, dass unsere Partner von unseren Spenden abhängig sind. Aber sie sind ihren eigenen Weg gegangen, auf dem wir sie bewundern und haben von ihnen – trotz ihrer Armut – auch unsere eigenen Lernerfahrungen machen konnten. So haben wir Entwicklungszusammenarbeit nie als eine Einbahnstraße verstanden,“ ist das Fazit ihrer knapp 27-jährigen Projektarbeit.
Eine Reihe von Büchern wurden von der Zuhörerinnen gekauft, deren Erlös der Projektarbeit zugute kommt.

Traditioneller Ometepe-Gottesdienst in der Ev. Kirche in Wiehl mit einer Kollekte von 1000 €

Blumenkreuz und Weltbilder als Friedenszeichen.

Zum mittlerweile traditionellen Gottesdienst mit viel Musik und Farbe in der Ev. Kirche Wiehl hatte das Ometepe-Projekt am Sonntagvormittag eingeladen. Farbig und mit dem Wort Frieden in unterschiedlichen Sprachen versehen stand das Bild von Emily Sellke am Altar. Sie hatte es als künstlerischen Abschluss an der Waldorfschule Oberberg erstellt und vermittelte damit: „Nutzt die Sprache um Frieden zu stiften“.

Farbig auch wieder das Blumenkreuz. Gemeinsam verwandelten die Gottesdienstgäste das „Holz des Todes in den Baum des Lebens“. Ein Foto davon ging anschließend nach Nicaragua zu den Mitarbeitern dort auf Ometepe und das Kreuz wurde anschließend ins Wiehler Johanniter Hospiz gebracht. Schon vor 26 Jahren habe er erlebt, wie in der Woche vor Ostern auf Ometepe Kreuze als Zeichen der Hoffnung geschmückt wurden, erzählte Michael Höhn dazu.
In seiner Predigt zum Thema »Vom Gott der Armen, der rettet (Matthäus 25)« berichtete er auch von Kindern, die auf den Müllbergen der Stadt León arbeiten. In Bergen von Abfall suchen sie nach Stoffen, die ihnen zum Überleben helfen. In einem alten Verlies oberhalb des Müllbergs fand Michael Höhn vor zehn Jahren eine kleine, modrig riechende Bibel , in der Psalm 69 angestrichen war: „Gott hilf mir, denn das Wasser geht mir bis an die Kehle“. Vor der Revolution 1979 war dies ein Ort des Schreckens gewesen.

Höhn ging auch auf die aktuelle Situation in Nicaragua ein, wo es seit Frühjahr 2018 zu Protesten und Ausschreitungen gekommen ist. Auch die Insel Ometepe hat es getroffen. Ein Kontakt zu den Mitarbeitern des Projektes besteht täglich. Alle Mitarbeiter – überwiegend alleinerziehende Frauen – können, durch die Spenden des Projektes, weiterhin in den verschiedenen Bereichen (Schule, Klinik und Behinderteneinrichtung) arbeiten und es musste niemandem gekündigt werden. Das Projekt ist ein Licht für die Menschen dort. „Geh raus, lass dein Licht leuchten“ war auch eins der Lieder von „Sauti Africa“, die den musikalischen Teil des Gottesdienstes übernommen hatten. Neema Akou, Awusi Becker und David Kariuki begeisterten mit ihren Liedern und bei einem Stück wurde sogar im Publikum getanzt. Raimund Rennebaum spielte zudem auf der Wiehler Orgel zu den Gemeinsamen Liedern, wie „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“. Anschließend konnten die Gottesdienstbesucher in den Wiehlpark beim Weltkindertag gehen, wo auch die Mitglieder des Fachausschusses am Ometepe-Stand für Informationen zur Verfügung standen.

Text und Fotos: Vera Marzinski