Ometepe-Projekt sucht neuen Träger

Das Aachener Kindermissionswerkt „Sternsinger“ hat sich aus der Zusammenarbeit zurückgezogen.

Der Evangelische Kirchenkreis An der Agger hat die Dauerspender und Dauerspenderinnen des Entwicklungsprojekts „Ometepe Projekt Nicaragua“ in einem Brief darüber informiert, dass der bisherige Träger, das Aachener „Sternsinger“-Kindermissionswerk, die Zusammenarbeit mit dem Ometepe Projekt beendet hat. Seit 2007 hatte das „Sternsinger“-Kindermissionswerk die juristische und finanzielle Verantwortung für das Projekt inne. Zum Jahreswechsel sollten die Sternsinger planmäßig neben der Geschäftsführung auch die Spendenwerbung übernehmen.

Bisher gingen Spenden auf einem Konto des Kirchenkreises ein, der die Gelder an das Kindermissionswerk weitergeleitet hat. Vorerst werden nun alle neuen Spendeneingänge auf dem Konto des Kirchenkreises gesondert festgehalten.

Die Gründer des Projekts, das Wiehler Ehepaar Monika und Michael Höhn, Pfarrer i.R., haben Gespräche mit einem möglichen neuen Träger aufgenommen.

Das Kindermissionswerk hat bisher die eingegangenen Spenden um 15 Prozent aufgestockt und den Gesamtbetrag nach Ometepe überwiesen. Im Vorfeld der geplanten Übernahme hat das Kindermissionswerk in den Jahren 2017, 2018 und 2019 Verfahren zur Qualitätssicherung nach internationalen Standards durchgeführt.

Kirchenkreis finanziert neues Audit auf der Insel
Das letzte Audit für das Jahr 2019 wurde wegen der Pandemie nicht vor Ort, sondern nur aus der Ferne durchgeführt. Es erfüllte, zur Überraschung des Ometepe Fachausschusses, nicht die Erwartungen. Wegen Mängel in der Kommunikation und der Buchhaltung erteilten die Auditoren der Partnerorganisation kein Testat.

Der Ometepe-Fachausschuss des Kirchenkreises hat nun ein neues Audit in Auftrag gegeben, das auf Ometepe durchgeführt wird.

Das von den Eheleuten Höhn initiierte und geleitete Ometepe-Projekt hat in fast 28 Jahren auf der nicaraguanischen Insel bedeutende Fortschritte im Bereich Bildung und Gesundheit vorangetrieben. Dazu gehören der Bau einer Schule, einer Klinik mit projekteigener Apotheke, eines Behinderten-Zentrums und der Bau von nahezu 200 Häusern mit den notwendigen Latrinen. Außerdem gibt es Studienunterstützungen und Einzelfallhilfen für Bedürftige.

ekagger.de | jth | Foto: Ometepe Projekt Nicaragua

Zum Antikriegstag am 1. September 2020

Seit mehr als 27 Jahren arbeiten wir im zweitärmsten Land Mittelamerikas, in Nicaragua, im Bereich Bildung und Gesundheit. Die weltweit gestiegene Produktion von Rüstungsgütern ist das größte Hindernis für eine erfolgreiche Entwicklungspolitik. „Sie ist ein Skandal angesichts der Tatsache, dass Kriege und Konflikte – neben dem Klimawandel – als die größten Armutstreiber weltweit gelten!“ (Brot für die Welt)

Monika und Michael Höhn

Mit Menschen unterwegs

Lesung mit Monika und Michael Höhn
im Kirchencafé Gummersbach – Steinenbrück.

Trotz des plötzlichen Wintereinbruchs mit Schneefall kamen mehr als 50 Frauen und Männer ins Kirchencafé zum gemeinsamem Frühstück. Ludmilla Hein mit ihrem ehrenamtlichen Team hatte dazu eingeladen.
„Wir kommen bei jedem Wetter,“ sagte eine Teilnehmerin. „Es ist eine lange Tradition und die älteren Menschen suchen die Kommunikation und das ungezwungene Miteinander. Ludmilla Hein sorgt immer wieder für diese vertraute Atmosphäre, in der sich alle wohl fühlen. Wir können sie gar nicht genug loben.“

Monika und Michael Höhn waren nicht zum ersten Mal Gäste in Steinenbrück und bedankten sich für die Einladung. Auf dem Büchertisch fanden sich Veröffentlichungen, die mit dem Leben der Autoren zu tun hatten: Rückblicke und Erfahrungen aus über 50 gemeinsamen Jahren mit ihren verschiedenen Arbeitsbereichen.
„Mit Menschen unterwegs“- ein Buch, das Michael Höhn durch Begegnungen und Gespräche mit Menschen auf der Straße, mit Freunden und Bekannten, mit Obdachlosen, einer Hebamme, Alkoholkranken, einer Dachdeckermeisterin und Menschen, die in der Kirche aktiv sind und auch solche, die mit Kirche nichts zu tun haben 2013 herausgeben konnte.
„Menschen selbst zu Wort kommen lassen und sie zum Schreiben zu motivieren, das ist unser beider Anliegen,“ sagt Michael Höhn.
Angesichts der aktuellen Ereignisse in Hanau hatten sich beide Autoren Beiträge herausgesucht, um dem Hass, der Gewalt und der Ausländerfeindlichkeit entgegenzutreten.
Monika Höhn las über ihre Begegnung mit der längst verstorbenen Pfarrersfrau Mechthild Röcher und ihren Kampf gegen das Wettrüsten. Ihre Notizen zum Werdegang von Pfarrer Martin Niemöller, der ihr ein großes Vorbild war, sind als pdf-Datei nachzulesen.
„Ein Stückchen neuer Mensch“ berichtete über die Fremdenfeindlichkeit eines früheren Schülers in der Berufschule, der durch die erstmalige Begegnung mit einem türkischen Jungen und dessen Familie seine Vorurteile über Bord warf.
„Obwohl die Geschichten schon so viele Jahre zurückliegen, sind sie bedauerlicherweise so aktuell wie nie zuvor,“ sagen die Autoren. Das Angebot auf dem Büchertisch wurde gerne angenommen, so dass die Einnahmen einschließlich des Honorar als Spende für das Ometepe-Projekt auf das Konto des Kirchenkreises An der Agger überwiesen werden konnten.
Die Bücher sind bei den Autoren zu bestellen. Die Einnahmen fließen in das Ometepe-Projekt.

Bergneustädter Schülerinnen und Schüler werden auf ihren Buchenwald – Besuch vorbereitet

Lesung und Diskussion mit Pfarrer i.R. Michael Höhn.

Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 der Bergneustädter Realschule trafen sich im Krawinkelsaal – gemeinsam mit ihrem Schulleiter Ralf Zimmermann. Michael Klaka, vom Förderkreis Kinder, Kunst und Kultur, hatte Autor Michael Höhn zu einer Lesung eingeladen. Die authentische Geschichte von Rassismus und Antisemitismus, die der Autor vor mehr als 30 Jahren während einer Lesung in Melsungen erlebt hatte, wurde 1985 zum ersten Mal in dem spannenden Jugendroman „Das Geheimnis der Sara Abt“ veröffentlicht. „Leider ist die Thematik so aktuell wie vor 30 Jahren und kann sich täglich so oder ähnlich wiederholen. Jeder muss dem aufkommenden Antisemitismus entgegentreten, dazu sind wir alle verpflichtet,“ meinte Michael Höhn, dessen Buch nun in der 3. Auflage erschienen ist. Zur Vorbereitung ihrer Buchenwaldreise im April, die von der anwesenden stellvertretenden Bürgermeisterin Isolde Weiner und der Jugendleiterin Nurcan Arslan begleitet wird, bot die eindringliche Lesung den SchülerInnen genügend Anregung, sich mit dem Thema Antisemitismus noch intensiver zu beschäftigen.
Michael Höhn bedankte sich bei Frau Weiner für eine Spende anstelle eines Honorars für das Ometepe-Projekt in Nicaragua, das er mit einigen Oberberger*innen im April wieder für einen Monat besuchen wird.

Monika Höhn (Text) Nurcan Arslan (Fotos)

Gottesdienst in der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Mühlen-Bielstein am 2. Februar 2020

Die Gemeinde hatte Pfarrer i. R. Michael Höhn zu einem Gottesdienst eingeladen. Das Thema „Flüchtlinge und Frieden“ war der rote Faden in seiner Predigt.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es gute Gespräche – auch zur aktuellen Situation in Nicaragua. Die Kollekte ist für das Ometepe-Projekt bestimmt.

Herzlichen Dank an die Gemeinde in Mühlen!

Link zur Predigt
https://www.efg-muehlen.de/index.php/gottesdienste/predigten-anhoeren/predigt/55

Besuch von Bischof Bernardo Hombach in Deutschland und Grußwort zum Neujahrsempfang 2020

Der deutsche Bischof Bernardo Hombach (86) besuchte vor einigen Wochen Deutschland – anlässlich der Beerdigung seines Bruders Alois in Freudenberg.

Bischof Hombach lebt in Managua und befindet sich im (Un)-Ruhestand. Die Insel Ometepe gehörte zu seiner Diözese. Einige unserer Mitarbeiterinnen haben ihn in seinem Bischofsamt in Granada kennengelernt, als er u.a. auch noch Leiter der Caritas war und sich für die Abwicklung unserer Containerlieferungen am Flughafen in Managua einsetzte.
Auch heute noch ist er in seinen Projekten Bildung und Hausbau den Ärmsten verbunden. Inzwischen sind wir auch per WhatsApp mit ihm verbunden. Wir freuen uns, wenn wir ihn bei unserem Aufenthalt im April 2020 auf Ometepe erneut treffen.

Gerne hätten wir ihn bei unserem Neujahrsempfang dabei gehabt.
Er schickte uns das nachfolgende Grußwort:

Grußwort von Bernardo Hombach zum Neujahrsempfang 25.1.2020

Liebe Monika, lieber Michael, liebe Freunde des Projektes “OMETEPE”!
Wir stehen noch am Anfang des neuen Jahres, Ihr werdet sicher die Gelegenheit benutzen, um einen Blick zurück ins das vergangene Jahr zu werfen. Die Jahre 2018 und 2019 waren harte Jahre, für uns alle in Nicaragua und besonders für Ometepe und das Projekt.
Aber es gibt auch guten Grund, dem Lieben Gott gegenüber dankbar zu sein. Trotz aller Schwierigkeiten und Verhaftungen ist in den letzten Monaten wieder mehr Ruhe
in Ometepe und in ganz Nicaragua. Der Tourismus, ein ganz wichtiger Erwerbszweig auf der Insel, nimmt wieder zu und einige Hotels und Geschäfte öffnen wieder ihre Türen.
Pessimisten sagen allerdings: „Dann wird sich auch die politische Lage in den kommenden Jahren nicht ändern.“

Aber wir Christen sind Optimisten.

Das Projekt, das Michael und Monika mit Spendern aus der Heimat und dem hiesigen Equipo in jahrelanger Arbeit mit viel Einsatz und Liebe zum Wohl der armen Bevölkerung hier im Lande aufgebaut und unterhalten haben, hat diese Krise überstanden und wird auch in Zukunft weiterbestehen.

Euch allen wünsche ich ein gesegnetes Neues Jahr und dass die Begeisterung für Ometepe nicht nachlässt.

Euer
Bernardo Hombach, Bischof aus Nicaragua

Neujahrsempfang des Ometepe Projektes 2020

Foto: Vera Marzinski

Frieden für Nicaragua – Frieden in der Welt,
Damit die Kinder eine Zukunft haben!

Mehr als 90 Gäste waren zum Neujahrsempfang des Ometepe-Projektes ins Victor’ s Hotel in Gummersbach gekommen. Das Projekt versteht sich nicht nur als ein reines Spendenprojekt, sondern hat sich inzwischen zu einem Netzwerk entwickelt, an dem sich Menschen aus unterschiedlichen Nationen für die Eine Welt beteiligen. So waren auch Gäste der Afrika Union in Gummersbach, aus Somalia und Syrien vertreten, ebenso Freunde mit griechischen, türkischen und russischen Wurzeln.
Michael Höhn begrüßte die Gäste, insbesondere Superintendent Jürgen Knabe und den stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Wiehl, Udo Kolpe.
Monika Höhn gab einen Rückblick auf die Aktivitäten 2019 [Rede von Moniika im Manuskript, PDF] und die aktuelle Situation in Nicaragua und auf Ometepe, nachdem es am 18.4.2018 im Lande zu schlimmen gewalttätigen Auseinandersetzungen aufgrund von sozialen Forderungen kam. Das Land hat sich inzwischen beruhigt.
Kerstin Gaden und Jürgen Neubert zeigten eine PowerPoint Präsentation von ihrem Besuch 2019, bei dem die Auswirkungen der bürgerkriegsähnlichen Situation noch einmal sichtbar wurden: Leere Straßen, geschlossene Geschäfte und Hotels und der ausgebliebene Tourismus, der sich nun allmählich wieder etwas erholt.
„Damit die Kinder eine Zukunft haben, wollen wir diesen Menschen helfen und sie unterstützen,“‘ betonte Kerstin Gaden.

Foto: Vera Marzinski

Der Abend war musikalisch umrahmt von Heike Skorczyk (Violine), Martin Schulte (Akkordeon) und seinem 15-jährigen Sohn Carl – August (Cajon).
Die Initiatoren und Geschäftsführer des Projektes Monika und Michael Höhn möchten sich nach 27 Jahren intensiver ehrenamtlicher Arbeit für das Projekt im Alter von 75 Jahren aus der täglichen administrativen Arbeit zurückziehen. Ein Fachausschuss im Evangelischen Kirchenkreis an der Agger mit insgesamt zehn Personen und seiner Vorsitzenden Karla Gaisbauer, begleitet das Projekt seit einigen Jahren. Rund 100.000 € Spendengelder kommen seit vielen Jahren zusammen und werden speziell für die Arbeit mit Kindern mit 15% vom Kindermissionswerk Die Sternsinger aufgestockt. Es sind große und kleine Spenden, aber auch die vielfältigen Aktivitäten in Schulen, Vorträgen in Kirchengemeinden Kindergärten, die Herausgabe der Bücher der Autoren Monika und Michael Höhn, Zahngold, das sie gerade in diesem Jahr wieder von oberbergischen Ärzten und ihren Patienten erhalten haben mit einer Gesamtsumme von 20.000€.
Eine Zusammenarbeit mit dem Kindermissionswerk Die Sternsinger ist seit vielen Jahren geplant, der Übergangsprozess nimmt viel Zeit in Anspruch, so dass die Geschäftsführer in diesem Jahr ihre Arbeit mit dem Fachausschuss noch gemeinsam weiterführen werden.
Familie Albrecht aus Hamburg, die viele Jahre bei der administrativen Abwicklung von Containerlieferungen von Hamburg aus behilflich waren und selbst in Nicaragua einige Projekte unterstützen, waren angereist und berichteten über ihre Arbeit und Erfahrungen aus dem Geburtsland Nicaragua von Nora Albrecht.
Superintendent Jürgen Knabe, der in den Ruhestand geht und die Arbeit des Ometepe-Projektes 19 Jahre lang unterstützte, wurde von Karla Gaisbauer verabschiedet.

Verschiedene Links:
https://www.oberberg-aktuell.de/gummersbach/die-menschen-unterst–tzen–damit-die-kinder-eine-zukunft-haben-a-12847
https://www.ekagger.de/de/aktuelles/news-detail/getarticle/News/detail/traditioneller-ometepe-projekt-neujahrsempfang/
https://www.rheinische-anzeigenblaetter.de/mein-blatt/anzeigen-echo/wiehl/ometepe-empfang-neues-zum-projekt—gruenderpaar-hoehn-gibt-administrative-arbeit-ab-33832928?dmcid=sm_em
https://www.wiehl.de/aktuelles/neuigkeiten/nachrichten/7102-neujahrsempfang-des-ometepe_projekts.html

Text: Monika Höhn
Fotos: Vera Marzinski