Unsere Projektpartner berichten über die augenblickliche Lage auf Ometepe

Jeden Tag erhalten wir neue Meldungen per WhatsApp, Sprachnachrichten und Videos von der Insel. Auszüge daraus:

Die Lage in Nicaragua hat sich bisher nicht verbessert, wie wir gerade heute wieder von unseren Projektpartnern erfahren. Es gab ein Gespräch mit den Studenten und dem Präsidenten, in dem ein Rücktritt des Präsidenten von einem Studenten gefordert wurde. Er erhielt viel Anerkennung für den mutigen Auftritt. (…) die Situation geht weiter, aber mit dem Unterschied, dass sie dem Präsidentenpaar in dem Dialog viele Wahrheiten erzählt haben, die der Präsident nicht erwartet hat. Wir hoffen für morgen auf die Fortsetzung des Dialogs. Wir haben keine Gäste für 15 Tage, wir haben für drei Tage geschlossen. Aber jetzt kommt niemand. Wir sind sehr ☹️ traurig und besorgt, weil die Ausgaben, für die Arbeitskräfte bezahlt werden müssen und es gibt keinen Geldeingang. Einige Leute kommen wegen politischen Situation nicht in die Klinik wegen der Barrikaden im „Quino“ und die Busse fahren nicht. Ich hoffe, Gott hilft und verbessert unsere Lage – das ist die Hoffnung aller Nicaraguaner. Eine Umarmung Und von einer anderen Freundin erfahren wir, dass bei einer zweiten Sitzung im Hotelbereich sieben Mitarbeiter entlassen werden mussten. Natürlich machen sich alle Beteiligten Gedanken, wie sie mit den Kündigungen umgehen und ob ein Aufschub möglich ist, aber insgesamt ist die Situation sehr schlecht aufgrund des fehlenden Tourismus!

Weitere Informationen auch unter: https://amerika21.de/2018/05/201209/dialogbeginn-nicaragua-kirche

Sonder-Notifax zur Situation in Nicaragua

Marbod Roßmeißl von der Aktion Städtefreundschaft Frankfurt-Granada e.V. hat heute ein Sondernotifax zur Situation in Nicaragua herausgegeben. Vielen Dank an dieser Stelle für diese tolle wöchentliche Zusammenfassung von Nachrichten aus Nicaragua!

Gewalttätige Proteste wegen INSS in Nicaragua.

Vermutlich habt Ihr inzwischen durch die Medien erfahren, dass es gewaltsame Proteste in Nicaragua wegen der Erhöhung der Sozialversicherung gibt. Unsere Mitarbeiter schreiben ständig, äußern ihre Besorgnis und wir stehen per WhatsApp in regelmäßigem Kontakt zu ihnen. Wir haben einen Leserbrief für die Presse „La Prensa“ formuliert und unseren Projektleiter gebeten, ihn entsprechend weiterzuleiten. Den stellvertretenden Chefredakteur kennen wir sehr gut, da er schon öfter über die Projektarbeit berichtet hat! Wir können nur hoffen, dass die Gewalttätigkeiten ein Ende nehmen, bei denen es inzwischen 25 Tote und 67 Verletzte gegeben hat. In wenigen Wochen werden unsere Projektpartner zum 25-jährigen Projektbestehen eintreffen und wir werden die Möglichkeit haben, die Zusammenhänge dieser gewalttätigen Proteste von ihnen persönlich zu erfahren.
Auch auf Ometepe hat es gestern eine Demonstration gegeben, die gottseidank friedlich verlaufen ist.
Wir grüßen Euch alle sehr herzlich und freuen uns auf ein Wiedersehen!

Monika und Michael Höhn



Leserbrief für die La Prensa – z.H. Freddy Potoy

Die Autoren Monika und Michael Höhn schreiben dazu aus Deutschland:
1993 sind wir zum ersten Mal nach Nicaragua auf die Insel Ometepe gekommen.
Wir sind die Initiatoren des Ometepe Projektes, die sich für Gesundheit und
Bildung mit vielen Unterstützerinnen aus Deutschland seit nunmehr 25 Jahren
engagieren und am 16. Juni das 25-jährige Projektbestehen in Deutschland
mit Gästen von der Insel feiern werden.
In diesen Jahren sind mehr als 200 Menschen mit uns gereist, die sich für
das wunderbare Land Nicaragua interessieren und sich in Deutschland
engagieren, um die Bevölkerung in den unterschiedlichen Bereichen zu
unterstützen. Darüber hinaus haben sich inzwischen intensive Freundschaften
entwickelt.
Seit ein paar Tagen erhalten wir Anrufe und Anfragen, nachdem die blutigen
Ausschreitungen durch die Medien auch in Deutschland bekannt geworden sind.
Es ist nicht unsere Absicht, uns in landesinterne Konflikte einzumischen,
das steht uns auch gar nicht zu!
Entsetzt sind wir allerdings darüber, dass einige Freunde ihre Reisen nach
Nicaragua schon absagen wollen, weil sie Angst haben, das Land zu bereisen.
Wir lehnen Aggressivität und Gewalt grundsätzlich ab. Es wäre schade, wenn
der sich so positiv entwickelnde Tourismus ausbliebe, der für viele
nicaraguanische Menschen eine Chance sein könnte.
Gerade sind wir selbst von einem vierwöchigen Aufenthalt aus Nicaragua
zurückgekehrt und haben voll Begeisterung von der inzwischen auch recht
positiven Entwicklung auf der Insel Ometepe berichtet, der Insel, auf der
wir 1993 mit dem Schild begrüßt wurden: Ometepe – Oasis de paz!

Wir wünschen uns sehr, dass in Ihrem Land Ruhe einkehrt und es zu
akzeptablen Lösungen Ihrer Konflikte kommt.
Mit solidarischen Grüßen

Monika und Michael Höhn

Die Schule auf Ometepe hat begonnen

Die beiden Lehrerinnen Mercedes und Martha freuen sich, dass sie ihre Arbeit in der Schule wieder aufnehmen konnten. So erhielten wir in diesen Tagen die ersten Fotos vom Einschulungstag der Kinder, der zunächst für alle Klassen in der neugebauten Schule in San Fernando stattfand. Von staatlicher Seite wurden wieder Lebensmittel für die Grundversorgung der Kinder in der Schule angeliefert. Schulmaterialien und Schultaschen wurden verteilt. Am nächsten Tag ging dann der Schulalltag weiter an der Schule La Esperanza in Santo Domingo. Die Kinder erhielten wieder ihr traditionelles Essen und Milch.

Grüße, Dank und gute Wünsche zum neuen Jahr von unseren Freundinnen und Freunden aus Ometepe

Quelle: http://www.bancodeimagenesgratis.comViele Danksagungen, Grüße und Wünsche erhielten wir zum Jahreswechsel aus Ometepe, die wir an alle Freundinnen und Freunde weitergeben möchten, die
die Projektarbeit auch 2017 unterstützt und die Fortbildung einiger Mitarbeiterinnen ermöglicht haben.

Sie wurden uns von der Lehrerin Minerva Espinoza und Dr. Roberto Alvarado vom Silvesterabend aus Ometepe zugeschickt.
Auch Sonia Kofler und ihr Mann Dr. Carlos Flores lassen herzlich grüßen. Wie man im folgenden Film sieht, wurde auch auf der Insel das neue Jahr mit Knallern begrüßt… 😀

Herzliche Glückwünsche an Martha Hernandez zum 15. Geburtstag ihrer Tochter


Martha, eine Lehrerin unserer Vorschule „La Esperanza“ in Santo Domingo freute sich, dass sie es geschafft hatte, ihrer Tochter eine so wunderbare Feier zum 15. Geburtstag zu ermöglichen.

Der 15. Geburtstag – Quince años – ist im Leben eines nicaraguanischen Mädchens ein ganz besonderer Höhepunkt auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Dass wir aufgrund der guten technischen Möglichkeiten inzwischen auch über den Alltag mit seinen Höhen und Tiefen von der Insel aus informiert werden können, freut uns sehr. Im Namen aller Projekt-UnterstützerInnen haben wir herzlich gratuliert.

Las Posadas

Die Weihnachtsfeierlichkeiten auf der Insel Ometepe nähern sich dem Höhepunkt – der Geburt Jesu.
Die neun „Posadas“ versinnbildlichen die neun Tage, in denen die Jungfrau Maria und Josef auf der Suche nach einer Unterkunft waren, bevor Jesus geboren wurde. Diese Tradition beruht auf der biblischen Weihnachtsgeschichte, denn jeder Tag steht für einen Monat der Schwangerschaft von Maria und stellt zudem auch die lange Reise von Maria und Joseph von Nazareth bis Betlehem dar.
Die erste Posada beginnt am 16. Dezember. Mit großer Achtsamkeit gehen die Kinder als Maria und Josef verkleidet in Begleitung Erwachsener und weiterer Kinder von Haus zu Haus, auf der Suche nach einer Herberge und bitten um Einlass. „En nombre del cielo, os pido posada“ – „im Namen des Himmels“ wird flehend erbeten „wir bitten um eine Herberge“.
Die letzte Posada findet am 24. Dezember statt, an dem Tag, an dem wir die Geburt Jesu feiern.
Durch die mittlerweile gute Kommunikation und Vernetzung über das Internet können Neuigkeiten, Information und Nachrichten, schnell von einem Kontinent zum anderen Kontinent ohne Zeitverzögerung, versendet werden.
Vor einigen Tagen erhielten wir Nachricht von unserem Projektarzt Dr. R. Alvarado, der uns folgendem Text, Fotos und Videos der Posada, zugesandt hat.

Der Ablauf:
…un grupo entra a la casa
a Maria y Jose acompañan y ellos piden posada cantando
y el grupo de dentro rechaza la solicitud cantando
Al irse cantan villancicos tradicionales
y el dueño de la casa comparte dulces y otras como frutas,
algun pequeño juguete,…
y parten a otra casa para pedir Posada

Eine Gruppe betritt das Haus.
Maria und Josef werden begleitet und sie bitten singend um eine Herberge.
Die Gruppe im Inneren lehnt die Bitte der Singenden ab.
Während sie weggehen, singen sie traditionelle Weihnachtslieder.
Der Besitzer des Hauses teilt Süßigkeiten aus
oder anderes wie Früchte oder irgendein kleines Spielzeug.
Und sie gehen in ein anderes Haus, um nach einer Herberge zu fragen.

Dies ist das Lied, das sie singen, wenn sie am Haus ankommen
Es la cancion que cantan al llegar la casa

PARA PEDIR Y DAR POSADA

  1. De larga jornada rendida
    Llegamos y asilo imploramos
    Para descansar
  2. Quién a nuestra puertas en noche inclemente
    Se acerca imprudente para molestar?
  3. pobres peregrinos que en extraño suelo andan
    Sin consuelo buscando un hogar
  4. aqui no hay asilo, es hora importuna
    Y en parte ninguno
    Se puede albergar
  5. pues que despiadados sois
    A nuestro ruego
    A otra casa luego vamos a llamar
  6. no hay aqui siquiera un lugar
    Vacio que inmenso gentio lo vino a ocupar
  7. estos peregrinos que Dios os envia, San José y María que imploran piedad

Sinngemäß übertragen:

  1. Von einer langen Reise kommen wir und suchen Asyl, um uns auszuruhen.
  2. Wer kommt in dieser Nacht an unsere Türen, um uns zu stören?
  3. Arme Pilger, die auf fremdem Boden gehen ohne Trost , auf der Suche nach einem Zuhause.
  4. Es gibt hier kein Asyl, es ist die falsche Stunde, und an keinem Ort kann man hier Herberge finden!
  5. Wie rücksichtslos Ihr seid auf unsere Bitte hin. Dann werden wir zu einem anderen Haus gehen und dort fragen.
  6. Hier gibt es keinen Ort, der noch zu besetzen ist.
  7. Diese Pilger, die Gott euch sendet, sind der heilige Josef und Maria, die um Gnade bitten.

Ursula Blonigen (Mitglied im Fachausschuss POA)
Dr. Roberto Alvarado