Weihnachtsvorbereitungen auf Ometepe

Die Weihnachtsvorbereitungen in der Pre-escolar sind in vollem Gange und die Erzieherinnen Mercedes und Martha bemühen sich, für die Feierlichkeiten alles vorzubereiten.

„Die Kinder werden auf die Weihnachtsgeschichte eingestimmt, mit Hilfe einiger Eltern werden sie verkleidet und sollen so die Situation um die Geburt von Jesus kennenlernen,“ so die Mitteilungen der beiden engagierten Erzieherinnen Martha und Mercedes Hernández!

In Nicaragua ist das Jahresende mit vielen traditionellen Festen verbunden, von denen einige in der ganzen Welt gefeiert werden und andere mit der nicaraguanischen Kultur und Geschichte verbunden sind. Der letzte Monat des Jahres steht ganz im Zeichen von Festen, Glück, Familientraditionen und Religion. Überall im Land finden große Umzüge statt.

La Purísima

Während der Kolonialzeit brachten die Spanier ihre religiöse, katholische Inbrunst nach Nicaragua, die von den Einheimischen in unglaublicher Weise angenommen wurde (offensichtlich, nachdem sie ihnen aufgezwungen wurde), mit einem mystischen Charakter und intensiver Frömmigkeit. So entstanden die populären religiösen Feste Nicaraguas, und im Dezember wird „La Purísima“ gefeiert. In einer Ecke des Hauses einer Familie steht ein reich geschmückter Altar mit einer Statue der Jungfrau Maria. Währenddessen wird gesungen und gebetet, und der Gastgeber verteilt an seine Gäste Früchte, traditionelle Süßigkeiten, Karamellbonbons, traditionelle Getränke, Zuckerrohr und viele andere Geschenke. „La Purísima“ ist ein Fest zu Ehren der „reinsten Empfängnis der Jungfrau Maria“, das nach dem
katholischen Kalender am 8. Dezember stattfindet. „La Purísima“ ist eine Tradition, die in allen Teilen Nicaraguas von Tausenden von nicaraguanischen Familien gefeiert wird. Diese Feierlichkeiten finden Ende November und fast den ganzen Dezember über statt. „Purísimas“ werden auch aus Verehrung oder Dankbarkeit für Wunder begangen, die man der Jungfrau Maria zuschreibt. Es ist interessant, wie jede Familie das Bild der Jungfrau von ihren Vorfahren erbt; einige dieser Bilder sind seit über einem Jahrhundert in derselben Familie.

Die andere Tradition, die direkt mit „La Purísima“ verwandt ist, wird

„La Gritería“

genannt und ist ungestümer und massiver. Jeden 7. Dezember um 18 Uhr ertönt ein gemeinsamer Schrei in verschiedenen Kathedralen und Kirchen: Quién causa tanta alegría? (Wer verursacht so viel Glück?). So beginnt eine weitere uralte Tradition, die mit dem Ruf „La Concepción de María“ (Die Empfängnis Marias) einhergeht. Zu dieser Zeit beginnen die Menschen in den Städten und Gemeinden, Feuerwerkskörper und Knallkörper zu zünden. Um Mitternacht explodieren die Feuerwerkskörper noch einmal (dasselbe geschieht um 6 Uhr morgens und um 12 Uhr nachts, aber in kleinerem Maßstab). Während „La Gritería“ wird auch die Jungfrau Maria verehrt. Es handelt sich um eine Feier, mit der die Menschen der Jungfrau für Wunder danken, und sie findet vor dem offiziellen Tag statt. Gläubige Menschen schmücken Altäre in ihren Häusern an einem Ort, der von der Straße aus sichtbar ist. In manchen Vierteln findet man mehr als drei Altäre in nur einem Häuserblock. Punkt 18 Uhr gehen dann Tausende von Nicaraguanern auf die Straße, um die Jungfrau Maria zu „rufen“ (das Wort gritería kann mit „rufen“ übersetzt werden), d.h. sie besuchen jeden Altar und singen für die Jungfrau Maria. Das läuft im Wesentlichen so ab: Die Menschen ziehen in Gruppen durch die Straßen, bleiben an einem Altar stehen, stimmen traditionelle Lieder an (die gleichen wie bei „La Purísima“), die Hausbesitzer schenken Früchte, Süßigkeiten, Spielzeug, Instrumente zum Lärmen, natürliche Getränke und andere Arten von Geschenken; schließlich ziehen sie weiter zu einem anderen Altar.
Die Hausbesitzer, die einen Altar aufgestellt haben, warten, bis eine andere Gruppe kommt und singt. Auf diese Weise wird „La Gritería“ gefeiert, bis die Hausbesitzer keine Geschenke mehr zu verschenken haben oder die Straßen keine Sänger mehr haben.

Nicht nur Katholiken und religiöse Menschen nehmen an dieser Tradition teil. Es ist interessant zu hören, wie Menschen, die die Texte der Lieder nicht kennen, das ganze Lied nachsingen oder nur das Ende jeder Phrase singen. Dies ist eine gute Gelegenheit für arme Leute, Gegenstände zu sammeln, und es ist interessant zu sehen, wie Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten an „La Gritería“ teilnehmen.

Wie wir erfahren haben, werden die Schenkungen für die ärmeren Familien in diesem Jahr wohl bescheidener ausfallen müssen…

Zurück aus Nicaragua – „Lasst uns nicht im Stich!“ 

Eindrücke unserer vierwöchigen Reise auf die Insel Ometepe 2021. Großer  Empfang auf Ometepe mit einem besonderen Dank für 28 Jahre Entwicklungszusammenarbeit.

Bewegt und tief beeindruckt kehrten die Initiatoren des seit 1993 bestehenden Ometepe-Projektes, Monika und Michael Höhn, aus Nicaragua zurück.

„Einen Monat wollten wir uns Zeit nehmen, um die Entwicklungen seit unserem letzten Aufenthalt 2018 und den schrecklichen gewaltsamen Ausschreitungen, die es in dieser Zeit gegeben hatte, zu beobachten. Diesmal in Begleitung unseres Enkels, der mit seiner Freundin nach dem Abitur und vor Beginn des Studiums einige Monate dieses Projekt kennen lernen wollte,“ sagt Monika Höhn.

Die Eheleute Höhn erzählen in ihrem abschließenden Bericht, den sie auch an die langjährigen UnterstützerInnen verschickt haben, von Ihren Beobachtungen, Erfahrungen und Eindrücken.
Eindrücke unserer vierwöchigen Reise auf die Insel Ometepe 2021
[pdf, 7.2MB]

Ab Juli 2021 ist das Ometepe-Projekt dankenswerterweise von dem Verein Nicaragua-Hilfe in Bonn übernommen worden.

Presseartikel zu diesem Beitrag:

https://wiehl.de/aktuelles/neuigkeiten/nachrichten/7751-ometepe-lasst-uns-nicht-im-stich.html

https://www.oberberg-aktuell.de/soziales/—jahre-f–r-ometepe-a-58061

https://rheinische-anzeigenblaetter.de/mein-blatt/anzeigen-echo/wiehl/lasst-uns-nicht-im-stich–monika-und-michael-hoehns-ometepe-projekt-39154764

 

Kleiner Verkaufsbasar in Santo Domingo

Über die Initiativen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Erwirtschaftung von eigenen Mitteln schickte uns die Leiterin des Projektes, Xochilt Flores, diese Information:

Vor zwei Tagen habe ich mit den Mitarbeitern eine kleine Veranstaltung mit Verkauf von Speisen organisiert.Das erwirtschaftete Geld, soll den Müttern mit behinderten Kindern zukommen, und mit einem Teil des Geldes werden sie die nächste Verkaufsveranstaltung durchführen.

(Fotos von Xochilt Flores und Dr. Barrios)

Zum Welttag der Suizidprävention

„Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die International Association for Suicide Prevention (IASP) haben 2003 erstmals den 10. September als Welttag der Suizidprävention ausgerufen. Seitdem finden jährlich an diesem Datum Veranstaltungen statt, die vorwiegend von Organisationen aus dem Gesundheitsbereich bzw. der Suizidprävention veranstaltet werden.
Die WHO begründet die Ausrufung dieses Aktionstages damit, dass Suizid eines der größten Gesundheitsprobleme der Welt darstelle.“

(Auszüge:  https://de.m.wikipedia.org/wiki/Welttag_der_Suizidprävention)

Auch auf Ometepe arbeiten Ärzte und Psychologinnen in der Suizidprävention.

Eröffnung der Fiestas Patrias

Von Mercedes Hernández.
Ich sende Euch Fotos von der Eröffnung der Fiestas Patrias, bei denen mich die Eltern mit ihren Kindern unterstützen. Gott sei Dank wissen meine Kinder ein wenig über die Geschichte Nicaraguas.

Informationen von Dr. Reynaldo Barrios aus der Klinik „La Esperanza“

„Die Kinder von Ometepe brauchen Euch in dieser sehr komplexen Weltlage … Wir sind Euch sehr dankbar!“

Feierlichkeiten zum Fest der Kultur

Von Mercedes Hernández

Heute feiern wir mit allen Kindern das Fest der Kultur.
Die Kinder tragen Tanzkostüme, sie singen und spielen mit ihren Musikinstrumenten und spiegeln die Liebe zur Kunst und Kultur wider. Als Lehrer sind wir stolz darauf, die Kinder zu ermutigen, ihre persönlichen Fähigkeiten im Singen und Tanzen zu spüren und sie zu zeigen.