Poesie im Schatten der Vulkane – Erlebnisse und Gedanken zu Nicaraguas Literatur

Herzliche Glückwünsche unserem Freund und langjährigen Nicaraguabegleiter Hermann Schulz. Ohne den damaligen Verlagsleiter, Hermann Schulz des Peter Hammer Verlags in Wuppertal, hätten wir Nicaragua, seine Freunde William Agudelo und Ernesto Cardenal und die Insel Ometepe nicht kennen gelernt. Hermann haben wir viel zu verdanken. In unserem Bildband „Alltag in Nicaragua – vom Leben der Menschen auf der Insel Ometepe“, den wir 2008 herausgegeben haben, hatte uns Hermann einen langen Artikel mit Erlebnissen und Gedanken zu Nicaraguas Literatur geschrieben.

Deshalb haben wir uns ganz besonders darüber gefreut, dass wir zur festlichen Verleihung der Ehrendoktorwürde der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaft in der Bergischen Universität Wuppertal am 15. Mai 2018 eingeladen waren. Die Fakultät würdigte damit seine herausragenden literarischen und verlegerischen Verdienste. Er wurde für sein literarisches Schaffen mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur vielfach ausgezeichnet und erhielt den Kunst- und Kulturpreis für internationale Verständigung sowie den »Von der Heydt-Kulturpreis«.
Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Wenige Wochen vor unserer Reise nach Ometepe im März reiste Hermann Schulz nach Nicaragua, weil er dort zum „Festival International de Poesia“ nach Granada eingeladen war. Die Laudatio hielt Dr. Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister und Präsident der Senat der Freien Hansestadt Bremen. Der Schauspieler Stefan Walz las aus den Werken von Hermann Schulz! Zu unserem 25-jährigen Projektbestehen am 16.Juni 2018 werden wir Hermann wiedersehen, der im Juli d.J. 80 Jahre alt wird.
https.//de.m.wikipedia.org/wiki/ Hermann_Schulz

Einladung zum 25. Projektjubiläum Ometepe

Liebe Freundinnen und Freunde,

Ihnen und Euch allen wünschen wir ein frohes Pfingstfest.
Möge der Geist der Verständigung – hier und in Nicaragua –
nicht nur zur Pfingsten uns weiterhin miteinander verbinden.

Unsere Gedanken sind in diesen Tagen ganz besonders bei unseren Freundinnen und Freunden auf Ometepe, die aufgrund der politischen Ereignisse in Nicaragua ihren Besuch in Deutschland absagen mussten!

In unserem Dankgottesdienst am 16. Juni wollen wir ganz besonders
an unsere Partner denken!

Wir würden uns freuen, wenn wir uns dort – und bei der anschließenden Feier
– wiedersehen!

Sonnige Pfingsttage wünschen Euch – auch im Namen unseres Fachausschusses

Monika und Michael Höhn

Unsere Projektpartner berichten über die augenblickliche Lage auf Ometepe

Jeden Tag erhalten wir neue Meldungen per WhatsApp, Sprachnachrichten und Videos von der Insel. Auszüge daraus:

Die Lage in Nicaragua hat sich bisher nicht verbessert, wie wir gerade heute wieder von unseren Projektpartnern erfahren. Es gab ein Gespräch mit den Studenten und dem Präsidenten, in dem ein Rücktritt des Präsidenten von einem Studenten gefordert wurde. Er erhielt viel Anerkennung für den mutigen Auftritt. (…) die Situation geht weiter, aber mit dem Unterschied, dass sie dem Präsidentenpaar in dem Dialog viele Wahrheiten erzählt haben, die der Präsident nicht erwartet hat. Wir hoffen für morgen auf die Fortsetzung des Dialogs. Wir haben keine Gäste für 15 Tage, wir haben für drei Tage geschlossen. Aber jetzt kommt niemand. Wir sind sehr ☹️ traurig und besorgt, weil die Ausgaben, für die Arbeitskräfte bezahlt werden müssen und es gibt keinen Geldeingang. Einige Leute kommen wegen politischen Situation nicht in die Klinik wegen der Barrikaden im „Quino“ und die Busse fahren nicht. Ich hoffe, Gott hilft und verbessert unsere Lage – das ist die Hoffnung aller Nicaraguaner. Eine Umarmung Und von einer anderen Freundin erfahren wir, dass bei einer zweiten Sitzung im Hotelbereich sieben Mitarbeiter entlassen werden mussten. Natürlich machen sich alle Beteiligten Gedanken, wie sie mit den Kündigungen umgehen und ob ein Aufschub möglich ist, aber insgesamt ist die Situation sehr schlecht aufgrund des fehlenden Tourismus!

Weitere Informationen auch unter: https://amerika21.de/2018/05/201209/dialogbeginn-nicaragua-kirche

Dank an alle Spenderinnen und Spender für die notwendige Arbeit im Bereich Gesundheit und Bildung

Auch für das dritte Quartal 2018 ist es uns möglich, den Betrag von 30.000€ für die Arbeit im Projekt und die Gehälter für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Nicaragua zu überweisen. Die besonders benachteiligten Kinder mit Behinderungen und ihre Begleitung durch unsere wunderbaren Mitarbeiterinnen sind ein weiterer Schwerpunkt unserer Unterstützung, für die wir Ihnen und Euch allen herzlich danken. Der Betrag wird – wie schon seit vielen Jahren – an das Kindermissionswerk Die Sternsinger überwiesen und von dort um weitere 15% erhöht.


Mitglieder des Fachausschusses Ometepe im Katholischen Stadthaus in Wuppertal


Ursula Blonigen, Dr. Susanne Lindner, Monika und Michael Höhn, Karla Gaisbauer (von links)Am 16.Mai 2018 besuchten Mitglieder des Fachausschusses Ometepe im Ev. Kirchenkreis An der Agger (von links) Ursula Blonigen, Krankenschwester, Dr. Susanne Lindner, Ärztin, Monika und Michael Höhn, Geschäftsführer und die Vorsitzende, Karla Gaisbauer, auf Einladung von Hermann Schulz die Ausstellung „Bauern aus Solentiname malen das Evangelium“. Angesichts der aktuellen schwierigen Situation in Nicaragua fand die Ausstellung eine ganz besondere Beachtung! Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Mai zu besuchen, die wir gerne empfehlen möchten.


Ehemaliger Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger besuchte das Ometepe-Projekt

 Empfang der deutschen Gäste Pfr. i.R. Horst Ostermann mit seiner Frau Heike durch unser Projektpartner Sonja Kofler, Dr. JorgeQuintana und Alcides Flores Viele Jahre lang hat der frühere Superintendent, Pfarrer i.R. Horst Ostermann, das Ometepe-Projekt Nicaragua begleitet. Auf seiner mehrmonatigen USA-Reise machte er nun – gemeinsam mit seiner Frau Heike – einen „Abstecher“ nach Ometepe.
Trotz der kurzen Zeit, die den beiden vor ihrer Heimreise nach Deutschland zur Verfügung stand, erhielten sie einen guten Eindruck vom Ometepe-Projekt. Nicht zuletzt durch die sachkundige und freundlichen Führung und Übersetzung durch Sonia Kofler, der wir ebenso herzlich danken wie den Mitarbeitern der Projektleitung Alcides Flores und Dr. Jorge Quintana.

Seine Eindrücke hat Pfarrer i.R. Horst Ostermann in folgendem Text festgehalten.

Pfarrer i.R. Horst Ostermann an der Clinica La EsperanzaQuinta Monika – Casa de la Esperanza

Unsere Ankunft in Santo Domingo
Ein Straßenzug rundum mit Häusern der Familie von Alcides Flores – seit drei Generationen Bauern in Santo Domingo. Er erklärt uns: Ometepe liegt zwischen dem Feuer spuckenden Vulkan Conception und dem Wasser spendenden Vulkan Madeira. Wir staunen. Die Bäume grün und farbhelle Blüten überall– und das am Ende einer langen Trockenzeit! Alcides und Sonja haben uns am Hafen begrüßt und begleiten uns nach Santo Domingo bis zur Quinta Monika – gebaut 1996 nach einjähriger Bauzeit – vor 22 Jahren- seitdem betreut von Berta. Alcides hat Monika und Michaelito von seinem Land ein Stück abgegeben. Darauf haben sie sie errichtet:
Die Casa de la Esperanza.

Horst Ostermann mit dem Projektleiter Alcides Flores und Sonia KoflerWir kommen von der heißen Straße, auf der uns Alcides in seinem alten Lastwagen die 30 km vom Hafen hierher gebracht hat. Als Erstes weht uns aus dem Haus mit seiner riesigen Gemeinschaftshalle – hoch wie eine Kirche oder eine große Scheune – der Wind vom Nicaragua See direkt entgegen. Im Haus riecht es frisch und es ist kühl. Mit Ziegeln roh gedeckt auf einfachen Dachlatten zieht hier überall der Wind hindurch. Die kühle frische Luft vom See tut gut.
Casa de la Esperanza

Wir setzen uns in die Liegestühle auf der Rückseite des Hauses und schauen durch die Bäume, Büsche und Blumen hin zum See. Wir hören sein Rauschen.
Ein lustiges kleines Tier – ähnlich dem amerikanischen Squirl und unseren Eichhörnchen und zwei kecke blau – weiß gestreifte große Vögel – unseren Eichelhähern ähnlich und zwei blau schillernde Rabenvögel haben hier ihre Reviere. Drei Kokospalmen hängen voller hellgelber Kokosnüsse – und der Wind rauscht in den Zweigen und in den Schindeln des Hauses.
Casa de la Esperanza

Sonia Kofler, bei der Führung durch die Einrichtungen. Die Pre-escolar hat ein Gästebuch angelegt, in dem sich Besucherinnen und Besucher eintragen können.Die Alltagsgedanken treten zurück und es entsteht Raum für die Idee, die hinter all dem hier steht:
Leben ist Begegnen und das Ziel des Weges liegt dort, wo die Ärmsten der Armen leben. Da wollen wir morgen hingehen. Heute dürfen wir einkehren und Herberge nehmen in der
Casa de la Esperanza

Heute Abend schon beim Essen werden uns Sonja und Alcides von dem Projekt erzählen, das sie vor 25 Jahren hier mit Monikas und Michaels Hilfe begonnen haben. Wir sind gespannt darauf, was sie sagen und uns zeigen werden. Wir fühlen uns gut aufgehoben und eingestimmt auf das, was uns erwartet.
Dank der Casa de la Esperanza.

Ometepe, am 12. April 2018